Kabarett-News.de News 03/2020
Katzen in der Kunst bei Ars Mundi

© Fabian Stürtz
Johannes Floehr - © Fabian StürtzJohannes Floehr: "Wir sind nun noch gefragter als zuvor"
Kreative Krisenbewältigung I - Wir befragten den Comedian Johannes Floehr, wie er mit der aktuellen Krise kreativ umgeht und welche Erfahrungen er mit Online-Lesungen gemacht hat. "Es wird erstaunlich gut angenommen" Aber: "Bitte vergesst die Kulturschaffenden nicht! Unterstützt uns! - Podcasts, Streams - das Potenzial ist riesig, der Bedarf ist da - wenn ich lese "wir sind jetzt quasi arbeitslos". Nein, sind wir nicht. Wir sind nun noch gefragter als zuvor."

Krefeld. Der Comedian Johannes Floehr, der kürzlich den 2. Preis des Rostocker Koggenzieher gewann, bietet unter www.twitch.tv/johannesfloehr Online-Lesungen an. Dort findet man Videos mit Lesungen plus Hinweis auf Paypal-Spenden. Eine interessante Möglichkeit, kreativ mit der Krise umzugehen. Wir haben ihn befragt, wie er auf die Idee mit den Online-Lesungen kam, warum er Twitch.tv nutzt und wie seine Erfahrungen sind - siehe Interview Link. Zuerst seien die Online-Lesungen aus Langeweile, Geltungsdrang und auch Finanznot entstanden. Er lese teils eigene, teils fremde Werke. Twitch nutze er, weil bei anderen Anbietern entweder die Abo-Anzahlen für Streaming recht hoch sein müssten oder es andere Restriktionen gäbe und ein PodCast zuwenig sei. Das Angebot würde "erstaunlich gut" angenommen, auch die Paypal-Spenden, auch Bücher seien bestellt worden. "Generell sei hier mal kurz dazu aufgerufen: Falls ihr es euch leisten könnt, bitte vergesst die Kulturschaffenden nicht! Unterstützt uns! Es fallen gerade für mehrere Wochen Auftritte aus & für nicht wenige von uns ist diese Zeit nun existenzbedrohend. Jede*r hat doch ein paar Bücher und CDs im Hinterkopf, die man "irgendwann mal" erwerben wollte. Jetzt ist die Zeit dafür. Und wenn man Tickets für eine Show hat, die nun ausfällt, kann man sich überlegen, ob man darauf verzichten kann, das Eintrittsgeld zurück zu verlangen." Online sei aber kein Ersatz für "Live": "Es gibt nichts Schöneres, als aufzutreten. Applaus zu erhalten und Lacher zu erzeugen. Zu spüren, dass das, was man macht, Menschen erreicht... Ich bin sehr hoffnungsfroh, dass vielen Kolleg*innen noch tolle Ideen einfallen werden, wie man mit der aktuellen Situation kreativ umgehen kann. Podcasts, Streams, gemeinsame Aktionen mit befreundeten Künstler*innen - das Potenzial ist riesig, der Bedarf ist definitiv da und ich kann nicht nachvollziehen, wenn ich nun von einigen lese "wir sind jetzt quasi arbeitslos". Nein, sind wir nicht. Wir sind nun möglicherweise noch gefragter als zuvor."
Links: Johannes Floehr, Online-Lesungen, Interview

 
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