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Kabarett Nachrichten Juni 2004

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Premierenbericht zu Bruno Jonas´ Theaterdebüt
im Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz mit "Der Mann von La Mancha"

München. Das Publikum im Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz war gespannt: Erstmals trat Bruno Jonas im Musical "Der Mann von La Mancha" als Hauptdarsteller Don Quijote auf - und Regie führte er ebenfalls. Die dpa meldete: "Bruno Jonas nimmt sich dieser Figur (Don Quijote) mit sehr viel Herz an, ohne groß zu differenzieren... der Abend und Jonas´ Regiedebüt (bleiben) letztlich in der Schwebe zwischen Kunst und Kabarett. Nach gut drei Stunden heftigen Spiels ... ungeteilter Beifall für alle Beteiligten". - Die "SZ" zitierte einen Besucher, bei der Inszenierung "hat sich der Jonas anscheinend am Nockherberg-Niveau orientiert."
Links: Bruno Jonas Bücher und CDs, Staatstheater am Gärtnerplatz, München
 
Schweizer TV plant neue Comedyserie
Bern (CH). Das Schweizer Fernsehen plant die Neuausrichtung seiner beiden Kanäle. Der zweite Kanal SF2 wird auf ein jüngeres Publikum ausgerichtet. Im Zuge der Änderungen ist für nächstes Jahr ein neues Comedy-Format für den Sonntagabend geplant.
Links: SF-DRS
 
Wien: Radioreihe "Kabarett in 80 Jahren Radio"
Von 04.07. bis 25.07., wöchentlich jeweils um 22.05 Uhr

Wien (A). Im Rahmen des Ö1-Schwerpunkts "80 Jahre Radio" startet am 4. Juli in der Sendung "Contra - Kabarett und Kleinkunst" - jeden Sonntag, 22.05 Uhr, Ö1 - eine vierteilige Reihe, die sich der gemeinsamen Geschichte des österreichischen Kabaretts und des Mediums Radio widmet. Folge 1 am 04.07. widmet sich den Vorkriegs-Parodien von Karl Farkas u.a. auf das neue Medium Radio, am 11.07. kommt das Nachkriegskabarett zu Wort, u.a. mit Bronner und Qualtinger. Am 18.07. ist das Thema: Die Wiederkehr des politisch-zeitkritischen Kabaretts in den 70er Jahren u.a. mit Resetarits, Steinhauer, Schneyder, Hildebrandt. Am 25.07. geht es um Kabarett als surreale Performance, als Volkstheater im besten Sinn mit Düringer, Vitasek, Dorfer, Poier u.a.
Links: ORF - Radio Ö1
 
Grimme Online Award vergeben
nur ein Award ging an eine Comedyseite

Marl. Das Adolf-Grimme-Institut hat zum vierten Mal besonders gelungene und innovative Internet-Auftritte ausgezeichnet. Leider wurde nur eine Comedy-Sendung prämiert: Die Seite der Comedy-Figuren Ersin und Börek. Kabarett- oder Kleinkunstseiten wurden nicht ausgezeichnet.
Links: Grimme-Institut Marl, Ersin und Börek
 
Einigung im Mainzer unterhaus
Streit zwischen wirtschaftlicher und künstlerischer Leitung beendet

Mainz. Der Streit zwischen unterhaus-Geschäftsführer Ewald Dietrich und Programmgestalterin Ute Nebel ist jetzt offiziell beigelegt. Die Mainzer "Allgemeine Zeitung" berichtete, Herr Ewald und Frau Nebel hätten sich unter Vermittlung des Mainzer Kulturdezernenten darauf " verständigt, auch künftig gemeinsam für das Unterhaus tätig zu sein." Frau Nebel soll im unterhaus angestellt bleiben, ein Geschäftsverteilungsplan zur Festlegung von Zuständigkeiten sowie Sanierungsgespräche mit externen Beratern sind vorgesehen. Dieter Hildebrandt, der wegen des Streits bereits absagen wollte, kommentierte erfreut: "Das hört man doch gerne. Dann bin ich sofort wieder dabei."
Leider ist der Artikel nicht mehr online.
Links: Dieter Hildebrandt Bücher & CDs, unterhaus, Mainz
 
Premierenbericht: Zwingertrio
spielt Rühmann-Programm

Riesa. Am 18.06. präsentierten das Zwingertrio und die Neue Elbland Philharmonie erstmals das Heinz-Rühmann-Programm "Jawoll, meine Herrn!" mit Liedern von Heinz Rühmann und einigen Zeitgenossen. Die Sächsische Zeitung schreibt zur Premiere: "Das scheinbar zu Flapsige tut dem Programm gut. Da singt ausgerechnet der kleene Tom Pauls davon, die Herzen der stolzesten Frauen zu brechen, steppt dazu und geht am Ende erschöpft zu Boden. Und später holt er einen sentimentalen Moser aus der Kiste, singt vom Herrgott, dass man weinen möchte, und schluchzt den Text schließlich so herzzerreißend, dass man lachen muss."
Links: Zwingertrio
 
Viacom kauft Viva und Brainpool
Mehr Chancen für Comedy-Sendungen?

Berlin/Köln. Der US-Konzern Viacom kauft für eine 310 Millionen Euro die Mehrheit des Musiksenders MTV und der Comedy-Produktionsfirma Brainpool (Ladykracher, Anke Late Night, TV total). Zu Viacom gehören bereits MTV und Comedy Central. MTV und Viva betreiben insgesamt vier Musik-TV-Sender in Deutschland. Es wird erwartet, daß je ein MTV- und Viva-Kanal als Musiksender bestehen bleiben. Aus den beiden anderen Sendern soll mindestens ein Unterhaltungskanal hervorgehen, der wahrscheinlich in Köln angesiedelt wird, wo die Studios von Brainpool stehen. Das genaue Konzept wird zwar erst erarbeitet, aber es ist zu erwarten, daß auf diesem Kanal vor allem die Sendungen von Comedy Central und Brainpool gesendet werden.
Links: Brainpool, Comedy Central
 
Kabarettpreise an Frank Fischer und Knusper!
während des "StuStaCulum"-Festivals

München. Den Wettbewerb um den Kabarettpreis "Die Goldene Weißwurscht 2004", der am Samstag, 12. Juni, im Rahmen des Münchner "StuStaCulum"-Festivals vor ca. 400 Besuchern und einer Jury stattfand, konnte Frank Fischer aus Rüsselsheim mit seinem Programm "Formvorderschinken" für sich entscheiden (Fischer hat diesem Jahr bereits den ffn-Comedy Award und den Hallertauer Kleinkunstpreis gewonnen). Auf den zweiten Platz kam die dreiköpfige Comedy-Gruppe "Knusper!" aus Köln mit ihrem Programm "... als wären wir nie weggewesen". (gt)
Links: Frank Fischer, Knusper!, StuStaCulum-Festival
 
300mal "Zimmer frei"
Köln. Pantomimische Bilderrätsel, ein Puppenspieler, Hausmusik - "in einer Folge ´Zimmer frei´ steckt so viel Kleinkunst, dass es für ein eigenes Festival reicht." (Tagesspiegel, Berlin) Seit 1996 moderieren, spielen, singen und essen Christine Westermann und Götz Alsmann mit einem prominenten Gast in der WDR-Sendung. "Wir sind wie Matjes mit Pellkartoffeln – eine Kombination, die man einfach nicht verbessern kann", sagt Alsmann. In der Show bewirbt sich ein Prominenter für ein WG-Zimmer. Sie/er muß sich eine Stunde lang mit Spielchen, aber auch durch konzentrierte Gespräche als humorvoller Mitbewohner empfehlen, was Boris Aljinovic ("Tatort") in der 300ten Folge am 13.06. mühelos gelang. Demnächst zu Gast sind u.a. Frank Goosen, Bully Herbig.
Links: Zimmer frei! (WDR)
 
Wiener Kulturamt präsentiert Kabarett-Maßnahmenpaket
Wiener Kabaretts bekommen bis zu 270.000 Euro jährlich

Wien (A). Ein "Maßnahmenpaket" zur Absicherung der Wiener Kabarettszene wurde im Kulturamt der Stadt Wien präsentiert. Wien Energie Fernwärme kauft jährlich Kartenkontingente bei den Kabarettbühnen in Höhe von 200.000 Euro, mit weiteren 60.000 bis 70.000 Euro werden Programmzeitschriften und Kundenzeitungen gesponsert. Diese Mittel kommen Kulisse, Vindobona, Orpheum, Spektakel, Theater am Alsergrund, Niedermair und Gruam zugute. Hinzu kommt das Sponsoring des Kabarett Vindobona und des Kabarettpreises "Karl" sowie Bau- und Investitionskostenzuschüsse. Die unterstützten Bühnen haben in den vergangenen Jahren "für das Kabarett in Wien sehr viel getan". Das Konzept soll neu überdacht werden, falls der Publikumszuspruch langfristig ausbleibt.
Links: Wiener Kabarettbühnen
 
"Scheibenwischer" erstmals aus Bayern
Berlin/München. Der "Scheibenwischer" wurde am 08.06. erstmals vom Bayrischen Rundfunk gesendet. Ausgerechnet von dem Sender, der zu Zeiten von Franz Josef Strauß den "Scheibenwischer" mit Schwerpunkt Tschernobyl sogar abschaltete. Doch heute stellt sich der BR als "extrem liberal" und als "Brutstätte des Kabaretts" dar (Rudi Küffner, BR-Pressesprecher). Der BR-Intendant Thomas Gruber hätte jedenfalls mit Dagmar Reim, der Intendantin des RBB, "die Abmachung getroffen, den ´Scheibenwischer´ zu retten." Die Redaktion des "Scheibenwischer" ist unter den Sendern paritätisch aufgeteilt: eine Redakteurin vom RBB und eine vom BR, die gemeinsam für alle zehn Sendungen im Jahr verantwortlich sind. Ab Juni also fünf Folgen aus Bayern, dann wieder aus Berlin.
 
Rezension Martin Schneider
Hockenheim. Anfang Juni gastierte Martin Schneider alias "Maddin" in Hockenheim. Parnass, die Kulturzeitschrift im Internet, kommentierte: "Es gibt Karrierezwänge, die biologisch aufgegeben sind. Denn man fragt sich, was der Mann mit dem Gummigesicht hätte machen sollen, wenn es keine Comedy gäbe – mit einem Antlitz, das auch unter Aufbietung aller Kräfte den treudoofen Ausdruck von ´Dick und Doof´-Mimen Stan Laurel nicht abstellen kann... Die meisten Brüller produziert er deshalb auch nicht mit dem, was er sagt, sondern mit der Art, wie er es tut: Er braucht nur einfach ´Schpresche´... Klar, dass er diese Gabe ganz gezielt einsetzt, um sein Publikum in den zwerchfelltechnischen Wahnsinn zu treiben." Lesen Sie mehr bei parnass.srcam.de.
Links: Martin Schneider CDs und DVDs, Parnass-Rezension über den Maddin
 
Harald Schmidt lockt die Massen
Berlin/Köln. Harald Schmidt zieht die Massen an wie kaum ein anderer. Im Mai kamen in Köln etwa 800 Leute, die absolut nicht wußten, was Schmidt bieten wollte. Und am 08.06. war das Berliner Ensemble "brechend voll" (B.Z.), als Schmidt Salingers "Fänger im Roggen" lesen sollte. Stattdessen las er Artikel aus der Berliner Zeitung, der Bild und der FAZ und sang die "Ballade der Seeräuber" von Brecht. Eine "90-minütige Comedy-Show der Extraklasse" (B.Z.). Schmidt scheint seiner Methode treu zu bleiben: Er tut, was er will und was keiner erwartet, aber alle finden´s gut.
Links: Harald Schmidt Bücher & CDs
 
Goslar bekommt neue Kleinkunst-Halle
...das ´Kulturkraftwerk Harz Energie´

Goslar. Von 04.06. bis 13.06. fanden die 25. Goslarer Tage der Kleinkunst statt - im neuen Domizil ´Kulturkraftwerk Harz Energie´ an der Hildesheimer Strasse. Der Förderkreis Goslarer Kleinkunsttage hat mit sehr viel Eigenleistung das ehemalige Elektrizitätswerk zu einem Veranstaltungsort für Kultur und Kleinkunst umgebaut.
Links: Kulturkraftwerk Harz Energie, Goslar
 
Kabarett-Festival in Lübeck
Lübeck. Im Theater Lübeck findet zum siebten Mal der Kabarett-Sommer statt - von 21.06. bis 27.06.
Links: Theater Lübeck